Chance vertan - Vergütungserhöhung erneut nicht im Bundesrat

Die im Kasseler Forum zusammengeschlossenen Verbände des Betreuungswesens hatten sich
anlässlich der Sitzung am 3. November an den Bundesrat gewandt.
Der Termin bot die letzte Möglichkeit, dem Gesetzesvorhaben zur Angehörigenvertretung in
Gesundheitsfragen und zur Anhebung der Betreuervergütung zur Zustimmung durch die
Länderkammer zu verhelfen bevor es, wie jetzt geschehen, der Diskontinuität anheim gefallen ist.
In ihrer Pressemitteilung äußerten die Verbände zuvor ihre Besorgnis in Bezug auf die Existenz der
Betreuungsvereine, die hierdurch in eine "finanzielle Schieflage" geraten könnten.
Der Fachverband sieht zahlreiche Betreuungsvereine konkret gefährdet. Denn entgegen der
Betreuervergütung sind die tariflich festgesetzten Lohnkosten um 29 Prozent gestiegen. Ebenso
betroffen sind Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer: seit 12 Jahren sind die Vergütungssätze
nicht angehoben worden. Praktisch bedeutet dies eine deutliche Absenkung der Vergütung.
Letztlich leide auch die Qualität ehrenamtlicher und beruflicher Betreuung, so der Fachverband,
und damit auch das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Menschen.
Auch der Bundesverband freier Berufsbetreuer/innen hatte im Oktober höhere Stundensätze und
Stundenansätze gefordert. Die demnächst erscheinende Studie zur Qualität in der rechtlichen
Betreuung stütze diese Forderung, so der Berufsverband.